Bleib Zuhause!

Manchmal, und ganz besonders zur jetzigen Zeit, sollten wir alle mal unsere Privilegien überprüfen. An den Grenzen sitzen Menschen fest und bangen um ihr Leben. Geflohen aus dem Krieg, nur um in die nächste Katastrophe zu geraten. Unter den Brücken sitzen Menschen, die nur darüber lachen können, dass „kein Klopapier zu haben“ aktuell wirklich eine Sorge vieler Deutscher darstellt. In kleinen Wohnungen sitzen einsame Rentner, die Hunger haben, weil sie nicht mehr zu essen haben und niemanden der für sie einkauft.

Ich bin dankbar für das Dach über meinem Kopf.
Ich bin dankbar für einen vollen Kühlschrank, obwohl die Supermärkte wie leer gefegt sind.
Ich bin dankbar für ein Gesundheitssystem, das wir nun schützen können.
Ich bin dankbar für die Möglichkeit meine Familie schützen zu können.
Ich bin dankbar für Freundschaften, die auf wochenlange persönliche Treffen verzichten können.
Ich bin dankbar.

Und ich bin wütend.
Ich bin wütend, weil Menschen sich der simplen Aufforderung zu Hause zu bleiben, wenn sie nicht arbeiten müssen widersetzen.
Ich bin wütend, weil auch nach überstandener Krise Pflegeberufe nicht angemessen bezahlt werden.
Ich bin wütend, weil jeder nur auf sich schaut.
Ich bin wütend, weil Menschen sich beschweren, dass ihnen nun langweilig sein wird.
Ich bin wütend, dass es „Coronapartys“ gibt und sich so viele junge Menschen so unbesiegbar fühlen.

Ihr bleibt nicht Zuhause, weil ihr krank werden könntet. Nicht nur. Ihr bleibt Zuhause, weil ihr jemanden unbemerkt anstecken könntet. Ihr bleibt Zuhause, damit nicht alle auf einmal krank werden und die Krankenhäuser platzen. Ihr bleibt Zuhause, damit es weniger Tote gibt.
Ich könnte kotzen, wenn Leute sich dann heimlich in großen Gruppen treffen. Habt ihr denn nichts verstanden? Egoismus hat gerade keinen Platz in unserer Gesellschaft.

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Thema von Anders Norén